Susan – Kapitel 1

Anmerkung:
“Susan” wurde in einer sehr schweren Zeit, als sich mir der Boden zu meinen Füßen öffnete und ich weder ein noch aus fand, geboren. Auch, als Stephan dann an meiner Seite war, hatte ich ab und an den Drang, die Geschichte weiter zu schreiben. Doch irgendwann setzte eine sehr, sehr lange Schaffenspause ein…
Schon eigenartig die Story nun nach 3 Jahren das erste Mal wieder zu lesen… Vielleicht… eines Tages…

Kapitel 1

Susan stand in einer schmerzfreien Minute am Fenster und schaute in den wolkenverhangenen Himmel. Es sollte Regen kommen in dieser wundervollen Sommernacht. Gerade heute Nacht, dachte sie.

Tief senkten sich die schweren Regenwolken, bereit, sich über die Stadt zu ergießen, die ausgebreitet vor ihr lag. Trotz ihrer Höhenangst liebte sie diesen Ausblick aus dem obersten Stockwerk des Mehrfamilienhauses, in dem sie seit kurzem wohnten. Das riesige, dreiteilige Fenster war eingebettet in einen erstaunlich großen Raum, der ihr Platz zum Atmen ließ, ihr die Illusion von Freiheit vermittelte, die sie manchmal so sehr brauchte.

Ursprünglich war es nur der Wunsch ihres Mannes, der sie damals diese Wohnung direkt unter dem Dach aussuchen ließ. Andrew wollte niemanden, der auf seinem Kopf herumtrampelte, wie er es nannte. Keine tappenden Kinderfüße die Tag und Nacht durch die Wohnung flitzten, keine Musik, die andere möglicherweise etwas zu laut aufgedreht hatten. Er träumte immer von einem eigenen Haus, sicher, weil er es als Kind nicht anders kannte, doch finanziell war daran in ihrer Ehe nicht zu denken.

Obwohl sie beide Anfang Dreißig waren, blieb zum Monatsende regelmäßig nichts übrig, dass angespart werden könnte. Einige Dinge, die sie besaßen, gehörten noch der Bank und war eine Sache, endlich, bezahlt, wartete bereits die Nächste darauf, bei ihnen einzuziehen.

Oft träumte Susan von einem Urlaub am Meer, so wie ihre jüngere Schwester Anne es jedes Jahr mit ihrer Familie erlebte. Wenn es sich ergab, fuhr Andrew mit ihr in den Winterurlaub. In pulverweißen, kalten Schnee. Sie haßte Kälte und Schnee, doch es war die einzigste Möglichkeit, dem Alltagstrott zu entfliehen. Und er liebte diese Zeit, erinnerte es ihn doch an seine Kindheit, ihre Wünsche mussten hinten anstehen.

Der Blick über die Dächer der anderen Häuser, jedes auf seine Weise alt und schön, ließen sie darüber nachdenken, wie groß diese Stadt war und wie viele verschiedenen Menschen in ihr lebten, ohne sich jemals zu begegnen. Konnte man eine Stadt, einen Ort lieben, fast wie ein anderes Lebewesen, einen anderen Menschen? Vielleicht, wenn niemand da war, der diese Liebe erwidert hätte? Verschenkte man sein Innerstes und sich selbst dann an Gegenstände, an Häuser und Straßen? Was waren das nur für Verwirrungen in ihrem Kopf? Überlegte sie gerade, ob ihr Mann sie liebte? Ob sie ihn liebte? Natürlich liebte Andrew sie. Auf seine Art. Susan zwang sich, die aufsteigenden Gedanken zu verstecken, wie so oft, seit ihrer Eheschließung vor einigen Jahren. Sie hatte dieses Leben freiwillig gewählt und es wird einen Weg geben glücklich zu werden, sie musste ihn nur finden.

Kurz dachte sie über den Mann an ihrer Seite – ihren Mann – nach. Groß und schlank, mit langsam schütter werdendem Haar, sah sie ihn vor ihrem inneren Auge. Von Liebe hatte er in all den Jahren zwei Mal gesprochen, und dann auch nur nach einem explosiven Höhepunkt. Konnte man in dieser Situation gemachte Liebesgeständnisse überhaupt zählen? Susan musste es, denn sonst würde sie es noch nie gehört haben. Andrew war in letzter Zeit sehr angespannt, die Arbeit auf dem Bau ließ ihn oft erst sehr spät nach Hause kommen, meist fiel er dann, nach einer kurzen Dusche, total fertig ins Bett. Sie hätte Abends gerne noch mit ihm zusammen gesessen, an ihn gekuschelt über Gott und die Welt geplaudert. Zu lange und einsam waren ihre Tage. Nur ausgefüllt mit Warten und Hoffen. Doch verlangen würde sie es nicht von ihm: zu ungewiß war seine Reaktion auf ihre Bitte. Ihr unausgesprochenes Flehen in den Augen bemerkte er nicht oder übersah es. Susan wusste es nicht, wollte es nicht wissen, verbot sich die grübelnden Gedanken darüber – immer wieder.

Noch ließ der Regen auf sich warten und Susan war dankbar dafür. Wahrscheinlich würden sie bald unterwegs sein und dann mußte es schnell gehen, dann konnte der Regen sie ziemlich behindern. Sie fürchtete sich vor der bevorstehenden Fahrt. Andrew fuhr nicht sehr bedacht, wenn er unter Streß stand. Hoffentlich erreichten sie ihr Ziel ohne Unfall.

Als vor einer halben Stunde die ersten Wehen einsetzten, hatte sie Andrew noch einmal ins Bett geschickt, damit er noch einige Stunden schlafen konnte. Obwohl Susan noch nie ein Kind zur Welt gebracht hatte, sagte ihr Gefühl, dass noch genügend Zeit vor ihr lag. Und hörte sie im Verlauf der letzten Monate nicht immer wieder, dass es sicher Stunden dauern würde, bevor das Kind zur Welt kam?

Er konnte ihr im Moment nicht helfen, würde nur gereizt und launisch werden. Da war es angebrachter, er war ausgeschlafen, wenn sie ihn wirklich brauchte. Sie kannte ihn, trotz der vielen Jahre, immer noch nicht, konnte nicht abschätzen, wie er regieren würde. Er konnte liebevoll und zärtlich sein, doch auch unausgeglichen und verschwiegen. Oft erfuhr sie erst nach Tagen, was die Ursache für seine Gereiztheit war. Seine tiefsten Gedanken und Gefühle behielt er trotz allem, was sie gemeinsam durchgemacht hatten, für sich.

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Die Sängerin – Teil 9 bis 13

Unsere Süße hat diese Fortsetzung zu Ihrer Geschichte “Die Sängerin” im Mai 2010 (damals war sie 10 Jahre alt) vervollständigt und hier nun das “Ergebnis” (natürlich mit einem wunderbaren Ende):

Teil 9

Wisst ihr noch, wer Klara ist? Nein? Klara war die Mutter.

Also – jedenfalls – Klara hatte Krebs “leider”.
Krebs ist sehr gefährlich!

Leider starb Klara nach 5 Monaten.
Die ganze Familie war traurig.

Teil 10

1 Jahr nach Klaras Tod sah Peter in einen Spielgel und er sah: seine Mutter hinter sich.
Ganz erschrocken drehte er sich um – doch es war niemand da.

Peter dachte, er wäre doof im Kopf.

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Weltentor – Der Schreibwettbewerb für Jeden vom NOEL-Verlag

a bibliothek Weltentor   Der Schreibwettbewerb für Jeden vom NOEL VerlagDer Noel-Verlag sucht zur Zeit neue und alte Schreibtalente und hat dazu einen Wettbewerb mit dem Titel Weltentor gestartet.

Einzureichen sind Manuskripte mit einer Größe von max. 30.000 Zeichen inkl. Leerzeichen,

Einsendeschluß ist der 30. Juni 2010.


Wer also eine Kurzgeschichte zu den Themen

1. Thema – Fantasy

2. Thema – Mystery oder

3. Thema – Science Fiction

im Kopf, in der Schublade oder als Datei hat, reicht sie ein!

Aus den besten 30 Geschichten wird dann jeweils ein Buch je Thema entstehen, die dann im kommenden Jahr auf der Leipziger Buchmesse präsentiert werden.

Ach ja: je Thema darf nur eine Geschichte eingereicht werden!

Hab ich noch etwas vergessen? *am Kopf kratz*

Jep:
Wer nicht selbst schreiben mag/kann/will und diesen Wettbewerb trotzdem unterstützen möchten (und evtl. etwas gewinnen), sollte die Informationen über die Ausschreibung auf seiner Homepage, einem öffentlichen Blog oder in einem Forum von sich aus posten und kann damit an einem Zusatzwettbewerb teilnehmen.

Dazu muss einfach der Link zu dem jeweiligen Post an info@noel-verlag.de gesendet werden. Gewonnen werden kann 5 x ein 20 € Gutschein für den Online-Shop des Noel-Verlags.

Alle Weiteren Infos zu dem Wettbewerb gibt es unter www.weltentor-1.net.

Ein Auf und Ab der Gefühle

neu Ein Auf und Ab der GefühleEs ist wieder einmal so weit:

Eine neue Geschichte ist fertig und für Euch zum Lesen bereit gestellt!

Auszug:
“Was für ein befreiendes Gefühl!

Nachdem meine kleine Tochter aus dem Haus ist kann ich den Luxus genießen, mich einfach noch einmal hin zu legen und die Ruhe des Tages auf mich wirken lassen.

Lange halte ich es allerdings nicht aus: immer wieder habe ich das Bild von dem schrecklichen Unfall vor Augen, dem ich diese Zwangspause verdanke. Voller Dankbarkeit denke ich an diesen Morgen zurück, denn dass meiner Kleinen und mir dabei nicht mehr passiert ist, ist wirklich ein Wunder. Schließlich verloren Menschen ihr Leben bei dem Aufprall des Autos auf unsere Straßenbahn. Meine Tochter blieb unverletzt und ich kam mit einigen schweren Prellungen davon. Deshalb beschließe ich, die Zeit zu nutzen und meine Frauenärztin zu besuchen.

Da die Wartezeit auch mit Termin eine Ewigkeit sein kann, mache ich mich an diesem Morgen unangemeldet und mit einem dicken Buch bewaffnet, auf den Weg. Wie erwartet war das Wartezimmer voll. Doch als jahrelanger Stammgast bei Frau Doktor – liebevoll von allen “Goldi” genannt – erhalte ich das Privileg auch ohne Notfall warten zu dürfen. Ca. 3 Stunden später bin ich an der Reihe und ich erkläre meiner Ärztin, wieso ich im Moment Zeit habe und mir den Luxus erlauben kann, unangemeldet wegen einem Krebsabstrich vorbei zu kommen.

“Na dann: ausziehen und auf den Bock! Du kennst Dich ja aus. Ich bin gleich bei Dir!” Kein Problem. Auf diesem Teil war ich während meiner Hormonbehandlung und meiner Schwangerschaften so oft, daß es schon fast ein zweites Zuhause für mich ist. Berührungsängste oder Scham habe ich schon lange nicht mehr in diesem Raum und vor dieser Frau…”

Wer mehr lesen will… die ganze Geschichte gibt es hier:

gefuehle 09 Ein Auf und Ab der Gefühle