Pausengespräche oder die Macht der Manipulation
Eine kurze Pause auf Arbeit. Diese nutze ich – wie immer – für einen Anruf zu Hause.
Meine Tochter (9) ganz kleinlaut am Telefon:
sie: “Mama. Jetzt bitte nicht gleich böse sein!”
*Mir schwant nichts Gutes.”
ich: “Was ist passiert?”
*auf meiner Stirn beginnen sich Angstperlen zu sammeln*
sie: “Also… ich… ich hatte deine Hackenschuhe an!”
*grübel: Ich habe solche Schuhe?*
ich: “Und – jetzt sind sie kaputt?”
*Gott sei dank ist nicht die Wohnung abgebrannt oder so!*
sie: “Nein.”
*Eine Frage macht sich in meinem Gehirn breit*
ich: “Warum sollte ich dir dann böse sein?”
*weitergrübel*
sie: “Naja… ich … also… ich war damit draussen!”
*nur mühsam kann ich ein Grinsen unterdrücken*
sie: “Aber Stephan hats erlaubt!”
*Interessant!*
——————————————————————————————————————-
Einige Minuten und ein Telefonat später – diesmal mit Stephan:
ich: “Sag mal, Du hast den Mädchen erlaubt raus zu gehen?”
*jetzt bin ich ja gespannt*
er: “Ja klar. Warum nicht?”
*ich seh direkt vor mir, wie er fragend die Augenbrauen hoch zieht*
ich: “Mit meinen Hackenschuhen?”
*Na, nun aber raus mit der Sprache! Obwohl ich immer noch nicht weiß, welche Schuhe eigentlich gemeint sind!*
er: “Davon hat sie nichts gesagt! Tut mir leid!”
*Sein schlechtes Gewissen ist bis zu mir spürbar. grins*
——————————————————————————————————————
Abends zu Hause dann das klärende Gespräch und die Feststellung, daß es sich um meine (besten) Stiefel handelte. Und diese haben wirklich einen ziemlichen Absatz. Doch es geht ihnen gut *Stirn abwisch*.
Meine Tochter hat Stephan wirklich “nur” gefragt, ob sie raus gehen darf – die Schuhe hat sie “vergessen” zu erwähnen. *Ich muß mir immer noch das Lachen verkneifen.*
——————————————————————————————————————-
Fazit:
MANIPULATION PUR !! *und das in dem Alter – lach* und FRÜH ÜBT SICH !!

*Notiz mach: Schuhe verstecken und ab sofort alles genau hinterfragen*

3 Antworten zu diesem Beitrag
hm, also ich glaube, so hat sie ihre Eltern schon öfter manipuliert, nur manchmal merkt man es nicht.
Alle Kinder manipulieren ihre Eltern. Schlimm ist es nur, wenn die Eltern sich dessen nicht bewusst sind. Der Klassiker ist doch, das sie genau wissen, wen und wie sie fragen müssen, um ihr jeweiliges Ziel zu erreichen.
Und zur Perfektion wird die Manipulation getrieben, wenn sich die Eltern gegenseitig ausspielen lassen. Dass heißt, wenn der eine etwas verboten hat, holt man sich die Erlaubnis eben vom anderen.
Grüße aus Regensburg!
Thomas
@Karin: jep. *grins*
Aber zum Glück war es – bisher – nichts “schlimmes”. und meistens finde ich es eher zum schmunzeln im nachhienein.
@Thomas:
Stephan und ich üben ja noch *zwinker*.
wir sind uns der gefahr durchaus bewußt und ich denke mal, daß ist ein wichtiger ausgangspunkt. in vielen dingen sind wir uns einig, ohne darüber zu sprechen und alles andere versuchen wir erst zu klären, bevor wir Krümel unser “ok” geben.