Erlebnisse einer jungen Jägerin (03)
Leicht und schnell erhob er sich in die Lüfte, entgegen den noch unbekannten Abenteuern, die sie erwarteten. Sie spüre die Anspannung des Tieres unter sich genauso intensiv, wie ihre eigene. Kurz zog sie ihre Hand zurück um dem Vogel zu bedeuten, einen Richtungswechsel vorzunehmen, dann ließ sie die Hände in ihren Schoß gleiten, lehnte sich leicht in das dichte Federkleid zurück und überließ sich gerne dem Zufall und dem Gespür des Greifen.
Sie schloß ihre Augen, spürte, wie der entgegenkommende Wind durch ihre langen, glatten Haare wehte, die sie nach diesem Flug sicher mit einem Band bändigen mußte. Ein Lächeln legte sich auf ihr Gesicht, als sie überlegte, was sie wohl diese Nacht erwarten würde. Vielleicht ja nur eine kurze Jagd nach etwas Fleisch, damit ihr Leben die nächsten Tage gesichert war? Oder doch eine Rettungsaktion, weil sich jemand in höchster Not befindet? Vielleicht ein Bad in einem versteckten See, unter dem vollen Mond, der ihren Körper bescheinen würde, als wäre er nur für sie am Himmel?
Über ihre Gedanken war sie wohl eingenickt, denn plötzlich schreckte sie die Tatsache fast vom Greifen zu fallen aus einem traumlosen Schlaf auf. Sie setzte sich, so gut es ging auf, ihre Finger fassten wieder hinter den Nacken des Tieres und versuchten verzweifelt, den Vogel dazu zu bewegen, seine Schräglage zu verändern, die ungebremste Schnelligkeit des Fluges zu bändigen. Doch ohne Erfolg.
Erstaunt versuchte sie nach vorn zu rutschen um einen Blick in die Augen des Vogels zu erhaschen. Der schnelle und wilde Flug machte es ihr fast unmöglich sich zu bewegen, ohne vom Tier in die Tiefe zu stürzen. Nach einigen Versuchen war ihr das Glück hold, doch was sie sah, ließ eine Gänsehaut auf ihrer zarten Haut erscheinen. Schwarz und wie von fremder Macht beseelt schauten die großen, runden Pupillen starr geradeaus, ohne jede Regung, ohne jegliches Gefühl. Sie versuchte Kontakt zu dem ihr lieb gewonnenen Begleiter herzustellen, erst durch lautes Rufen, dann durch das Trommeln ihrer Hände auf seinem Körper. Selbst Tritte, die sie so fest wie möglich verteilte, blieben ohne jede Reaktion.
Ermattet ließ sie sich schließlich zurückfallen und wurde sich bewußt, daß sie sich ihrem Schicksal ergeben mußte. Doch nicht ganz! So leicht wollte sie nicht aufgeben.
Vorsichtig beugte sie sich zur Seite, immer mit den Händen am Gefieder festklammernd, schaute in die Tiefe um zu erkennen, wohin ihre Reise gehen würde, erahnen zu können, was sie erwartete und wer der unbekannte Beherrscher ihres Reittieres war. Nur Dunkelheit war unter ihnen zu erkennen. Keine Andeutung einer Vegetation, nicht die winzigste Spur eines Lebens. Nur absolute Schwärze. Sie setzte sich unter Anstrengung wieder zurück und suchte mit ihren hellen Augen den Himmel nach dem großen, strahlenden Planeten ab, der ihr so oft in der Nacht den Weg wies. Doch auch der Mond schien sich in dieser Nacht hinter den dunklen Wolken zu verstecken um nicht mit ansehen zu müssen, wohin ihr Ritt gehen würde.
Leicht spürte sie, wie Angst und Panik von ihrem Körper Besitz ergreifen wollten. Sie ermahnte sich selbst zur Ruhe, versuchte sich an die Worte ihres Lehrmeisters zu erinnern, daß eine Jägerin stets bedacht, leise und konzentriert zu handeln hat – diese Fähigkeiten sichern ihr Überleben!
Mit einem Ruck änderte sich nach einiger Zeit die Flugrichtung und der Kopf des Vogels neigte sich nach unten um in den Sturzflug überzugehen.
Leicht und schnell erhob er sich in die Lüfte, entgegen den noch unbekannten Abenteuern, die sie erwarteten. Sie spüre die Anspannung des Tieres unter sich genauso intensiv, wie ihre eigene. Kurz zog sie ihre Hand zurück um dem Vogel zu bedeuten, einen Richtungswechsel vorzunehmen, dann ließ sie die Hände in ihren Schoß gleiten, lehnte sich leicht in das dichte Federkleid zurück und überließ sich gerne dem Zufall und dem Gespür des Greifen.
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